Stabsoffiziere 2017

5. Juni 2017

Zugführer Christophe Hüwels, Stabsoffiziere Holger Babka, Chris Erich, Stefan Gerlach, Christoph Hülsen, Stefan Klein, Erik Körfer, Martin Kortzak, Andre Lütters, Maik Quasten, Christian Reinders, Michiel Riemers, Franz-Josef Siegers, Reiner Vossen, Frank Wolf

Bericht eines Stabsoffiziers

Glaube, Sitte, Heimat, so lautet der Wahlspruch der Schützenbruderschaften, den fast alle schon einmal gehört haben.
Doch was steckt eigentlich dahinter, sind es mehr als nur wohlklingende Worte?

Für mich und 13 weitere Kameraden, die sich schon bald Stabsoffiziere nennen durften, begann die Entdeckungstour an einem kühlen Freitagabend im Gewächshaus des kommenden Königspaar Bernd und Diane.

Nun, zunächst war es für mich und für viele weitere etwas ganz neues, durch den Brudermeister, Herbert Fervers, mit dem Gruß „Liebe Schützenbrüder“ empfangen zu werden. Schnell waren die Formalitäten geregelt, um auch offiziell Mitglied der so traditionsreichen Beecker Bruderschaft zu sein.
Jetzt galt es, aus einem Haufen von 14 designierten Stabsoffizieren einen Zug von Freunden zu bilden, der dem kommenden Königspaar und den Ministerpaaren mehr als nur Geleit für die anstehenden Aufgaben bietet, waren doch die Stabsoffiziere bis dahin noch nie einem gemeinsamen Zug angehörig oder lernten sich gar erstmalig im Königshaus kennen.
Doch eins war uns direkt gemeinsam, der Wunsch und der Glaube daran, eine schöne und traditionsgebundene Zeit mit Bernd und Diane zu erleben.

Dann hieß es Vogelschuß im Innenhof des Vinzenciushaus. Die Vorfreude, Bernd die Daumen für einen guten Schuß zu drücken, war in unseren Reihen groß. Wir zählten jeden Schuß mit und stießen dann mit einem Glas Bier an, als endlich der Vogel fiel. Jetzt war das Gefühl endgültig da, eine Truppe zu sein, auch wenn wir noch im Räuberzivil da standen. Überall im Innenhof des Vinzenciushauses wehte ein Hauch von Tradition und Heimat.

„Männer Ihr steht schon ganz ordentlich da, doch Euch fehlt noch der grüne Rock der Beecker Bruderschaft“, so lautete die Feststellung von Bernd und Diane. Alsbald ging es also dann in die Kleiderkammer der Bruderschaft, wo aus Burschen, stolze, grün gewandete Schützenbrüder wurden.
Einige, gut genährte Stabsoffiziere wurden kurz darauf von Bernd zur Uniformschneiderei Hintzen begleitet, damit der Rock auch uns gut sitzt. Ich war schon, wie sicher auch meine Kameraden, recht stolz, als wir uns das erste mal im „Schützenkleid“ betrachteten. Jetzt war klar, es gibt kein Zurück und plötzlich sahen wir auch wie eine Gruppe aus.
Dann rückte die Kirmes und damit natürlich auch die Kränzerwoche immer näher. Was uns noch fehlte? Ach ja, wir mußten noch das Marschieren im Stechschritt üben. Bei Bier und zunächst noch Bambusstöcken, anstatt Säbeln, wurde der Schulhof der Beecker Grundschule zum Exerzierplatz umgestaltet. Da war es wieder, das Lachen und das Zu-sammengehörigkeitsgefühl, als wir uns im Anschluß auf den Weg zum Axerhof machten.
Hier warteten schon unsere Frauen und viele Helfer, denn aus Stroh und allerlei Dekor wurden kurzerhand zwei überdimensionale Majestäten geschaffen, die prompt ihren Weg zum Königshaus fanden und mit reichlich flüssiger Nahrung eingeweiht wurden.

Dann kam, was kommen mußte, Intermezzo der Kränzerwoche und Generalprobe für das Königshaus und natürlich uns Stabsoffizieren, anlässlich der Kirmes in Rath Anhoven.

Es scheint, als hätte die Sonne in Rath Anhoven nur auf in wärmende Jacken gekleidete Stabsoffiziere gewartet. Der Schweiß rann uns, ob von der Sonne alleine oder auch wegen des aufkommenden Lampenfiebers, von der Stirn. Wir wollten das erlernte Marschieren doch so gerne dem Königsgespann und den Rather Zuschauern präsentieren. Am kurzen Nicken des Brudermeisters beim Vorbeimarsch glaubten wir zu erkennen, daß es schon ganz ordentlich war. Ob das Funkeln in den Augen unseres Königs und seiner Minister ebenfalls Zustimmung ausdrückte oder einfach nur der angebotenen Erfrischung aus der Eifel geschuldet war, konnten wir nicht eindeutig feststellen.

Die Kränzwoche wurde für alle die dabei sein durften zu einem unvergesslichen Erlebnis, immer wieder von fröhlichem Lachen, gutem Essen und kühlen Getränken unterbrochen. Das Gewächshaus der Gärtnerei Fervers diente dabei nicht nur als abendlicher Exerzierplatz, sondern auch als Spielfeld für das allseits beliebte Bier Pong Spiel, untermalt von musikalischen Einlagen der Spielmannszüge aus Katzem und Klinkum. Mittendrin, das strahlende Königspaar, sowie der Prinz und Schülerprinz, unter dem festlich geschmückten Portal. Ach ja, und natürlich wurde auch kräftig Kontakt zu den übrigen Zügen aufgenommen.

Endlich war es dann soweit und am Samstag Abend begann die Pfingstkirmes, mit einem Umzug durchs Dorf, bevor wir erstmals die „Feierfestigkeit“ der Stabsoffiziere im Festzelt unter Beweis stellen durften. Der Sonntag begann für uns Stabsoffiziere mit einem gemeinsamen Mittagessen, denn längst waren wir eine eingeschworene Truppe geworden.
Ja, und da war ja auch noch die Sache mit Glaube, Sitte, Heimat. Also ab in die Kirche und anschließend zum unglaublich bewegenden Zapfenstreich. Ein wenig schwitzten schon die Hände bei der Kranzniederlegung, aber das konnte man Dank der Handschuhe ja glücklicherweise nicht sehen.

Mit Stolz geschwellter Brust standen wir auf dem Kirchplatz und konnten es kaum abwarten das Königspaar zum Zelt zu begleiten, wo die Beecker Bruderschaft wieder ein Feuerwerk der guten Laune abbrannte. Nach einer kurzen Nacht fanden wir uns dann alle am frühen Morgen zum Frühstück und der stimmungsvollen Messe zu St. Vincentius wieder ein.
Dann hieß es große Parade auf dem Kirchplatz und rückblickend betrachtet, habe ich den Eindruck fast 10 Tage nur noch im Stechschritt durch Beeck gegangen zu sein. Nun, die Übung zeigte Wirkung und so marschierten 14 stolze Stabsoffiziere wie ein Strich an unserem Königspaar vorbei.

Dank unseres Zugführers konnten wir uns, wie an allen übrigen Tagen auch, von der harten Marschiererei immer wieder mit kühlen Getränken erfrischen. Es scheint fast so, als ob das Beecker Bier wie ein Energy Drink wirkt, denn wir Schützenburschen wurden nicht müde vom feiern. So endete ein gelungener, von traditionellem Geist und guter Laune getragener Klompenball im Königshaus, wo keiner so wirklich nach Hause gehen mochte. So viele kameradschaftliche Tage hatten wir nun gemeinsam verbracht, daß es sich niemand so richtig vorstellen konnte, daß die Pfingstkirmes jetzt ein Ende fand.

Unserem „Bruderschaftsentzug“ konnten wir glücklicherweise schon am darauffolgenden Wochenende, mit einem Besuch auf dem Schützenfest der Broich-Peeler Freunde entgegenwirken.

Kurz darauf hieß es dann, antreten zur Fronleichnamsprozession. Einer festlichen Messe und andächtigen Prozession folgten wieder ein paar fröhliche Stunden mit unserem Königspaar auf dem Pfarrfest in Wegberg.
Ein Intermezzo bot dann der Besuch zur Inthronisation der Freunde aus Gerichhausen und das Sommerfest in Holtum, bevor die Holtumer Oktav rief.

Dass gelebtes Schützenwesen mehr bedeutet, als nur Kirmes zu feiern, wurde uns einmal mehr, speziell bei der Teilnahme an der Männerwallfahrt klar. Ein tiefes Gefühl, dem Glauben und der Heimat verbunden zu sein, war an allen Tagen spürbar. Doch zurück zu dem, was jeder Stabsoffizier am besten können sollte, dem Feiern, denn es folgten „schweißtreibende“ Besuche der Kirmes in Katzem, der Dorfgemeinschaft Hei on Klei und dem Feuerwehrfest Moorshoven, bevor wir mit unseren Majestäten wieder einen großen Tag anlässlich des Bundesschützenfestes in Heinsberg erlebten.
Einem „Bruderschaft freien“, Sommerurlaub folgte die Herbstkirmes.

Brudermeister Herbert Fervers rief zum Weinfest und es schien fast so, daß das ge-samte Dorf seinem Ruf folgte. Neben musikalischen Höhepunkten der Mennekrather Fanfaren und den Kölner Funky Marys, beschwipsten wir uns, im festlich geschmückten Festzelt, am Nektar Bacchus’. Da soll noch einer sagen, die Beecker Schützenbrüder sind nur Trink- und Feierfest, wenn es Bier gibt.

Naja, am Sonntag, anlässlich des Vogelschuß, konnten wir Stabsoffiziere dann wieder auf die altbewährten Erfrischungen aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser zurückgreifen, bevor Schießmeister und Zugkamerad Frank Wolf, das Gewehr zum Vogelschuß richtete. Ein wenig Wehmut war natürlich in unseren Reihen zu spüren, denn es war klar, daß in wenigen Minuten die Amtszeit von Bernd und Diane, durch einen neuen König ein Ende finden würde und somit auch für uns Stabsoffiere.

Dann fiel der Vogel und Willi Rögels stand als neuer König fest. Ein toller Augenblick, als aktueller und neuer König sich in den Armen lagen.

Und ja, da war das Gefühl des ewigen Kreislauf, Alpha et Omega – Anfang und Ende. Immer, auch wenn es noch so schön ist, muß alles ein Ende finden und in etwas Neuem eine Fortsetzung finden.

So wünschen die Stabsoffiziere 2017 / 2018 dem neuen Königshaus und damit auch unseren Nachfolgern, ein herrliches Schützenjahr, so wie wir es mit Bernd und Diane erleben durften.

Glaube, Sitte Heimat, es sind mehr als schöne Worte, es ist die Verbundenheit mit anderen Menschen und dem Dorf, in Harmonie mit dem Schöpfer, so wie man ihnfür sich versteht.

Semper fidelis, liebe St. Sebastianus Bruderschaft Beeck!